Trail Run mit Heike Gutknecht
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Das Geheimnis ausserordentliche Leistung zu bringen – Trail Run mit Heike

Wie ich mehr leistete als je zuvor – Mein Trail Run Erfahrungsbericht

Mein Name ist Heike. Heute erzähle ich dir über meine Erlebnisse vom Sachsentrail im Erzgebirge . Ich bin an meine Grenzen gegangen, gelaufen, wie ich noch nie zuvor gelaufen bin. Alles tat mir weh, der Kampf gegen die Erschöpfung und der pure Wille, die Ziellinie zu überqueren, haben mich angetrieben und ich habe es geschafft – Ich habe den 19km langen Lauf auf 490 Höhenmetern bewältigt und bin stolz darauf!

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Warum wir alle viel mehr können, als wir denken

Ich laufe. Ich denke schon lange nicht mehr an etwas anderes als den nächsten Schritt. Es geht bergauf. Das ist gut, denn das bedeutet, ich kann gehen. Ok, so gut doch nicht. Eigentlich war die gerade Strecke doch angenehmer. Mein rechter Fuß schmerzt. Egal. Es gibt kein Zurück. Also weiter. Mittlerweile befinde ich mich wieder auf ebenem Weg und bewege mich schneller. Jetzt geht es sogar kurz bergab. Ich laufe noch schneller. Mein Fuß wird immer schlimmer, langsam melden sich auch meine Knie. Ich erinnere mich daran, mich aufzurichten. Weiter. Jetzt bloß nicht anhalten. Ich mache das schließlich freiwillig. Warum eigentlich? Wessen sch**** Idee war das nochmal? Letztendlich wahrscheinlich meine eigene.

Toll. Bergauf. Also wieder gehen. Das mache ich nie wieder. Mein Fuß hält das nie bis zum Schluss durch. Noch 1,75 km. Nicht mehr viel. Ich wünschte trotzdem, es wären weniger. Na gut, beiß die Zähne zusammen und lauf! Langsam kann ich nicht mehr auftreten. Verdammt! Das Stück schaffe ich noch! Also weiter. Noch 200 m. Ich biege um eine Kurve und verlasse den Wald. Das Ziel ist in Sicht. Na los, lauf! Ich kann nicht. Ich kann nicht atmen. Aber da vorne ist das Ziel. Mach jetzt, beweg dich! Ich sehe, wie meine Füße die Ziellinie überqueren.

Ein Kind kommt mir entgegen und hängt mir eine Medaille um den Hals. Der Moderator sagt, Heike und Marcel hätten es nun auch geschafft. Ich muss kurz überlegen. Ja, das sind wir. Das bin ich. Ich habe es geschafft! Ich bin 19 km im Erzgebirge gelaufen. 490 Höhenmeter. 2 Stunden 54 Minuten. Sogar mein Ziel von 3 Stunden habe ich unterboten. 19 km… und die anderen laufen 70??? Die müssen total bescheuert sein! Das mache ich nie wieder. Nie wieder werde ich mich auf sowas einlassen!

Ich wache auf. Es ist der nächste Morgen. Ich kann immer noch nicht auftreten. Noch im selben Moment, in dem mein Fuß den Boden berührt, entscheide ich, dass ich beim nächsten Mal eine längere Strecke laufen werde.

Das beschreibt knapp zusammengefasst ziemlich gut, was mir bei dem ersten Trail Run meines Lebens durch den Kopf ging. Für den einen mögen 19 km viel klingen, während ein anderer sich vielleicht fragt, was ich so rum heule.

Fest steht, dass es für mich bedeutete, an meine Grenzen zu gehen, aus meiner Komfortzone auszubrechen, zu leiden und dennoch zu siegen.

Durch Freeletics gestärkt: entschied ich mich für den Quartertrail

Der jährlich stattfindende Sachsentrail im Erzgebirge ist ein 73 km langer, 1800 Höhenmeter umfassender, Ultramarathon. Ultramarathons sind alle Läufe, die die normale Marathondistanz von 42,195 km überschreiten. Es gibt sie im Flachland, im Gebirge… ja, es gibt sogar einen Ultramarathon am Mount Everest. Die Länge variiert dabei stark und kann schon mal 200 oder gar 300 km betragen und sich über mehrere Tage erstrecken.

Mein Freund und seine Gym-Kumpels sind 2016 diesen und noch zwei weitere solcher Trails mit sogar mehr als 150 km gelaufen, sodass ich nicht umhin kam, mich auch mit dem Laufvirus zu infizieren und einfach mal zu schauen, was für mich möglich ist – ein großer Schritt, denn noch vor drei Jahren war ich kein großer Sportler – nein ich war eher der gemütliche Ab-und-zu-mal-Rad-fahren-Typ.

Von all den Dingen, die ich nicht war, war ich am allerwenigsten ein Läufer.

Heike Gutknecht beim Lauftraining

beim Lauftraining 🙂

Also entschied ich mich kurzerhand zwei Wochen vor Start für den sogenannten Quartertrail, der nur schlappe 19 km und 490 Höhenmeter umfasste. Meine Spontanität bedeutete allerdings, dass ich voraussetzte, in diesem Moment bereits fit genug zu sein, diese Strecke zu absolvieren, denn Zeit für ein ausgefeiltes Training blieb beim besten Willen nicht mehr. Zwar war ich noch nie so weit am Stück gelaufen, nur ab und an mal 5 km, allerhöchstens 10, aber ich würde ja zwischendurch aufgrund der Anstiege sowieso zwischendurch gehen müssen. Das klang für mich machbar. Außerdem war ich durch Freeletics während der letzten Monate ohnehin fitter denn je und ohne Burpees hatte ich zuvor nie mehr als 2 km ohne akute Erstickungsgefahr geschafft.

Kurz gesagt: Ich hatte keinerlei Vergleichswerte und, wie sich herausstellen sollte, absolut keine Ahnung, was mich erwartete.

Heike Gutknecht vor dem Trail RunDann war der Tag des Laufs gekommen. Wir sind um 4 Uhr morgens losgefahren, um rechtzeitig zum Startschuss des Ultramarathons vor Ort zu sein. Mein Lauf war erst für um 12 angesetzt, also hatte ich noch viel Zeit, stattdessen darüber nachzudenken, was ich beim veganen Stadtfest in meiner Uni-Stadt alles Feines hätte essen können. Dort wollte ich nämlich eigentlich an diesem Tag hin, bevor mich das Lauffieber packte. Glücklicherweise musste ich dann wenigstens nicht alleine auf die Piste, denn Marcel, einer der Ultramarathon-Jungs, hatte sich spontan entschieden, aufgrund eines Infekts lieber kürzer zu treten und mich zu begleiten.

Als um 12 Uhr der Startschuss fiel, waren wir kaum 100 m gerannt, als eine Frau direkt vor mir scherzhaft sagte: „Ich kann nicht mehr.“ Ich fand das gar nicht so lustig, weil sie genau das aussprach, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging. Natürlich war das nur die Kraft meiner Gedanken, das kannte ich schon von meinen Freeletics-Workouts. Aber ich würde mich nicht verarschen lassen, denn ich wusste genau, dass ich körperlich dazu in der Lage war.

Tatsächlich dauerte es keine 5 Minuten, bis mein Kopf schließlich einsah, dass er da jetzt durch musste. Zu Beginn der Strecke folgte ein langes Gefälle. Der Weg war schmal, überall wucherten Wurzeln aus der Erde und erschwerten Steine den Lauf. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich auf den ersten 2 km fast 5 Mal ausgeschieden wäre, weil ich umknickte oder stolperte. Irgendwann hatte ich mich jedoch auch daran gewöhnt und auf einmal machte mir die Sache sogar Spaß. Ich fühlte mich frei.

Nach 5,5 km erreichten wir die erste Versorgungsstation, wo ich kurz anhielt, um Wasser zu trinken. Läufer-Lektion Nummer 1: Macht das bloß nicht, wenn ihr nicht unbedingt müsst! Nach nur dieser einen Minute Pause fiel mir das Weiterlaufen so unverhältnismäßig schwer, dass ich mir fürs nächste Mal vornahm, stets in Bewegung zu bleiben. Zeitgleich war das angenehme Bergablaufen erstmal vorbei. Den ersten Anstieg versuchte ich noch laufend, aber ich entschied mich schnell, lieber zu gehen. Von da an verfolgte ich die Strategie, auf ebenen Wegen weiter zu joggen, bergab sowieso, und bergauf zügig zu gehen und bloß nicht stehen zu bleiben.

Mein zuvor gestecktes Ziel, in weniger als 3 Stunden durchs Ziel zu gehen, stand. Außerdem blieb Marcel die ganze Zeit bei mir, obwohl ich ihn aufforderte, doch seine eigene Bestzeit zu rennen. Schließlich hatte er auf die 4-fache Strecke trainiert und ich wollte ihn nicht aufhalten. Ein zusätzlicher Ansporn, alles zu geben, denn es ist eine Sache, sein selbstgestecktes Ziel nicht zu erreichen. Wenn man im Team unterwegs ist, dann geht es nicht mehr primär um einen selbst, sondern darum, dass man gemeinsam erreicht, was man für unmöglich hielt.

Die folgenden 8 km bis zum nächsten Checkpoint waren die Hölle für mich. Durchgehalten habe ich trotzdem. Es ging fast nur nach oben. Ich bestritt einen endlosen Kampf gegen meine Gedanken, die mich zum Anhalten bewegen wollten. Die Plantarfaszie unter meinem Fuß hatte schon früher angefangen, erste Signale zu senden und auch meine Knie begannen langsam aber sicher, Randale zu machen. Dass ich schon zuvor eine Verspannung im oberen Rücken hatte, die sich nicht so recht lösen wollte, trug ebenfalls nicht gerade zur Verbesserung meiner Situation bei. Ich hätte es mir einfach machen und mein Zeitlimit einfach über Bord werfen können, doch Marcel war meist 50 m voraus, also versuchte ich angestrengt, mich nicht abhängen zu lassen.

MarathonlaufAm zweiten und letzten Trinkzelt angekommen, hatte ich meinen guten Vorsatz, nicht stehen zu bleiben leider schon wieder vergessen. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt funkelnde Sterne sah. Angesichts der Tatsache, dass helllichter Tag war, war das leider nicht so schön wie es klingt. Also weg damit, schnell was getrunken und weiter auf die letzte Etappe!

Von da an war ich wieder vollends motiviert. Das Schlimmste lag hinter mir, dachte ich, und was noch kommen würde, würde ich nun im Handumdrehen bewältigen. Immerhin hielt meine Begeisterung etwa 5 Minuten, besser als nichts. Ich muss sagen, dass ich mich an die folgende Strecke kaum mehr erinnere, denn anscheinend lief es dann doch ganz gut und problemlos. Ok, die Schmerzen im Fuß waren noch da und sie wurden schlimmer. Aber das war etwas, was ich einschätzen konnte. Jedenfalls stellten wir fest, dass die 3 Stunden noch zu schaffen waren und das hielt mich am Laufen.

„Noch 1,75 km“, sagte Marcel und ab da erinnere ich mich, im Gegensatz zur vorherigen Strecke, an jedes kleinste Detail. Ich erinnere mich daran, wie ich bei jedem Versuch, meine Füße korrekt auf dem Boden aufzusetzen, kläglich scheiterte und mich dabei fühlte, als ob ich noch nie gelaufen wäre. Ich erinnere mich, wie meine Plantarfaszie sich wie kurz vorm Zerreißen gespannt anfühlte und auch, dass ich kurz vorm Ziel auf horizontalem Wege zum ersten Mal nicht mehr mein Tempo beibehalten konnte. Es war nicht mehr weit und trotzdem wusste ich nicht, wie ich das noch schaffen sollte.

Mir tat wirklich alles weh, aber während der Schmerz echt war, blieb es noch immer meine Entscheidung, ob ich leiden würde oder nicht.

Marcel feuerte mich weiter an: „Los, komm! Noch 200 m. Eine halbe Stadionrunde. Das ist nichts!“ Angeheizt von dem Gedanken, dass gleich hinter dem Ende des Waldes das Ziel liegen musste, ging ich nochmal an meine Grenzen. Leider war da dann jedoch dieser eine wohlwollende Zuschauer, der mir, motivierend klatschend, zurief, dass es nur noch 400 m seien und ich es gleich geschafft hätte.

WAS??? Ich sollte jetzt noch DOPPELT so weit laufen, wie ich angenommen hatte??? Das mag sich lächerlich anhören, aber an diesem Punkt dachte ich wirklich, ich scheitere noch auf den letzten Metern. Ein weiterer Beweis für die Macht der Gedanken, die verursachten, dass ich plötzlich keine Luft mehr bekam. Ich musste tatsächlich, kaum hatte ich die Bäume hinter mir gelassen und die Ziellinie im Blick, erstmal stehen bleiben um wieder zu Atem zu kommen.

Am Ziel: Der Kopf gibt auf, bevor es der Körper tut

Sachsen Trail 2016

Sachsen Trail 2016

Als ich das Ziel erreichte, wusste ich, dass diese 19 km genau das waren, was ich leisten konnte, dass ich meine Kraftreserven voll und ganz ausgeschöpft und meine persönlichen Grenzen weit überschritten hatte. Ich war zu viel mehr fähig, als ich mir selbst zugeschrieben hätte und verstand plötzlich, wieso es Menschen reizt, sich auf noch wesentlich längere Trails zu begeben.

Für dieses Gefühl hat es sich gelohnt. Wen interessiert es, ob andere weiter laufen? Es ist egal, dass mein Fuß immer noch weh tut. Er wird heilen. Die wahren Grenzen befinden sich immer im Kopf.

Der Kopf gibt auf, bevor es der Körper tut und diese Erkenntnis werde ich mir bewahren.

Und während ich am selben Tag mit Überzeugung beschlossen hatte, dass mir trotzdem ein solches Erlebnis in meinem Lebenslauf reichen würde (der Schmerz war noch zu echt :)) bin ich doch am nächsten Tag aufgewacht, mit der Mission, irgendwann ebenfalls einen Ultramarathon zu laufen.

P.S. Mein Freund ging innerhalb seines selbstgesetzten Zeitlimits von 10 Stunden nach 9:54 Stunden ins Ziel. Der Sieger des Ultramarathons benötigte 6:14 Stunden.

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Sebastian Freeletics

Christian Wenzel ist ein erfolgreicher Unternehmer, Familienvater und Online Marketing Experte. Basierend auf seinem Lieblingszitat und Lebensmotto: "Wir dürfen selbst die Veränderung sein die wir in der Welt sehen möchten", startete er sein eigenes Unternehmen, welches er seit Anbeginn sehr erfolgreich führt! Das Thema Fitness war schon immer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Mit dem selben Engagement, dass er für sein Unternehmen an den Tag legt, widmet er sich seinem Körper. Eine gesunde und vegane Ernährungsweise stehen hier ganz oben auf der Liste. Ebenso der richtige Sport und die Herausforderung für Geist und Körper in jederlei Hinsicht. Dies führte ihn zu Freeletics und auch dem Portal vegan-freeletics. Das eigene Erfolgsrezept und das Wissen darüber zu teilen um anderen Menschen zu helfen ist seine Mission. Freeletics ist mehr als ein Workout. Wenn Du die Herausforderungen von freeletics meisterst, meisterst Du auch alle anderen Herausforderungen Deines Lebens. Mehr über Christian Wenzel und sein Unternehmen gibt es unter dbranding.de und unter: facebook.com/christian.wenzel2

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